19.01.2009 - Religion Politik
Die Bibel und die Palästiner
Ich hatte eigentlich vor über Themen wie “Unsere Augen und wie wir die Welt sehen”, Die Missverständnisse in der Kunst“, „eine Gesellschaft die mehr nach rückwärts schaut als nach vorne“ … aber leider zwingt mich die Schlächterei in Gaza ein paar Linien dieser Angelegenheit zu widmen.
Im Grunde handelt es sich dabei um eines dieser Probleme, welche durch den Fortbestand primitiver Stammesreligionen erzeugt werden. Die Israeliten sind überzeugt davon, das sie „das von Gott erwählte Volk“ sind, was ja schon aufschlussreich ist, das es sich um eine ausschliessende Religion handelt, weil sie sich nur an ein Volk richtet und nicht an die Allgemeinheit der Gläubigen. Aber das ist beileibe noch nicht das schwerwiegendste wenn man sich vor Augen hält, dass dieser Gott, Jahwe (יהוה ) mit Namen, die Wahnsinns Idee hatte, seinem Volk ein Land zu schenken, das aber schon damals von anderen bewohnt war (hebräisch:: הארץ המובטחת, translit.:ha-Aretz ha-Muvtachat = das verheissene Land). Das Ganze kompliziert dann noch dadurch, dass es drei verschiedene Grenzziehungen gibt. Die erste scheint das Produkt einer grössenwahnsinnigen Halluzination zu sein: :

18 An selbigem Tage machte Jahwe einen Bund mit Abram und sprach: Deinem Samen gebe ich dieses Land vom Strome Ägyptens bis an den großen Strom, den Strom Phrath: 19 die Keniter und die Kenisiter und die Kadmoniter 20 und die Hethiter und die Perisiter und die Rephaim, 21 und die Amoriter und die Kanaaniter und die Girgasiter und die Jebusiter. (Genesis 15:18-21) (Génesis 15: 18-21)
Selbst heute noch findet man jüdische Ultra- Nationalisten die von diesem „Gross – Israel“ ( ארץ ישראל השלמה, Eretz Yisrael Hashlemah = “Das vollständige Land Israel“) träumen. Dasselbe haben wir auch auf der Fahne Israels: Den Davidstern eingebettet zwischen den beiden Flüssen Nil Und Euphrat. Die beiden anderen Grenzziehungen sind etwas bescheidener:

1 Und Jahwe redete zu Mose und sprach: 2 Gebiete den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ihr in das Land Kanaan kommet, so ist dies das Land, welches euch als Erbteil zufallen soll: das Land Kanaan nach seinen Grenzen. 3 Und die Südseite soll euch sein von der Wüste Zin an, Edom entlang, und die Südgrenze soll euch sein vom Ende des Salzmeeres gegen Osten. 4 Und die Grenze soll sich euch südlich von der Anhöhe Akrabbim wenden und nach Zin hinübergehen, und ihr Ausgang sei südlich von Kades-Barnea; und sie laufe nach Hazar-Addar hin, und gehe hinüber nach Azmon; 5 und die Grenze wende sich von Azmon nach dem Bache Ägyptens, und ihr Ausgang sei nach dem Meere hin. - 6 Und die Westgrenze: sie sei euch das große Meer und das Angrenzende; das soll euch die Westgrenze sein. - 7 Und dies soll euch die Nordgrenze sein: vom großen Meere aus sollt ihr euch den Berg Hor abmarken; 8 vom Berge Hor sollt ihr abmarken bis man nach Hamath kommt, und der Ausgang der Grenze sei nach Zedad hin; 9 und die Grenze laufe nach Siphron hin, und ihr Ausgang sei bei Hazar-Enan. Das soll euch die Nordgrenze sein. - 10 Und zur Ostgrenze sollt ihr euch abmarken von Hazar-Enan nach Schepham. 11 Und die Grenze gehe hinab von Schepham nach Ribla, östlich von Ajin; und die Grenze gehe hinab und stoße an die Seite des Sees Kinnereth gegen Osten; 12 und die Grenze gehe an den Jordan hinab, und ihr Ausgang sei am Salzmeere. Das soll euer Land sein nach seinen Grenzen ringsum. (Numeri 34: 1-12 )
1313 So spricht der Herr, Jahwe: Dies ist die Grenze, nach welcher ihr euch das Land als Erbe verteilen sollt nach den zwölf Stämmen Israels: für Joseph zwei Lose. 14 Und ihr sollt es erben, der eine wie der andere, das Land, welches euren Vätern zu geben ich meine Hand erhoben habe; und dieses Land soll euch als Erbteil zufallen. - 15 Und dies ist die Grenze des Landes: Auf der Nordseite, vom großen Meere an, des Weges nach Hethlon, gegen Zedad hin; 16 Hamath, Berotha, Sibraim, welches zwischen der Grenze von Damaskus und der Grenze von Hamath liegt, das mittlere Hazer, welches an der Grenze von Hauran liegt. 17 Und die Grenze vom Meere her soll Hazar-Enon sein, die Grenze von Damaskus; und den Norden betreffend nordwärts, so ist Hamath die Grenze. Und das ist die Nordseite. - 18 Und was die Ostseite betrifft, so ist zwischen Hauran und Damaskus und Gilead und dem Lande Israel der Jordan; von der Nordgrenze nach dem östlichen Meere hin sollt ihr messen. Und das ist die Ostseite. - 19 Und die Mittagseite südwärts: von Thamar bis zum Haderwasser Kades, und nach dem Bache Ägyptens hin bis an das große Meer. Und das ist die Südseite gegen Mittag. - 20 Und die Westseite: das große Meer, von der Südgrenze, bis man Hamath gegenüber kommt; das ist die Westseite (Ezechiel 47: 13-20)
Allerdings schliessen diese zwei auch Gaza, Cisjordanien, den Libanon und Teile Syriens und Ägyptens ein. So stehen wir also vor Leuten, die der festen Meinung sind, dass diese Länder ihnen gehören und die alteingesessenen Einwohner, die sich blöderweise dort befinden, nur eine lästige Behinderung darstellen. Und nicht nur das, man muss sie auch noch liquidieren. Es überrascht mich wirklich, wie wenige Leute das Alte Testament, das ja ein Teil unsrer „Heiligen Schrift“ ist, gelesen haben. In diesem Machwerk befindet sich ganz leicht verständlich die Rezepte, wie man mit dieser lästigen Bevölkerung um zu gehen hat Klarerweise werden diese Abschnitte nicht in den christlichen Kirchen vorgelesen, die israelische Armee (צה"ל, zahal) aber setzt sie Wort für Wort in Palästina um. Damit niemand sich Unkenntnis entschuldigen kann, zitiere ich im Folgenden ein paar Perlen aus dieser Anleitung zum Völkermord.
10 Wenn du dich einer Stadt näherst, wider sie zu streiten, so sollst du ihr Frieden anbieten. 11 Und es soll geschehen, wenn sie dir Frieden erwidert und dir auftut, so soll alles Volk, das sich darin befindet, dir fronpflichtig sein und dir dienen. 12 Und wenn sie nicht Frieden mit dir macht, sondern Krieg mit dir führt, so sollst du sie belagern; 13 und gibt Jahwe, dein Gott, sie in deine Hand, so schlage alle ihre Männlichen mit der Schärfe des Schwertes. 14 Doch die Weiber und die Kinder, und das Vieh und alles, was in der Stadt sein wird, alle ihre Beute, sollst du für dich rauben; und du sollst die Beute deiner Feinde essen, die Jahwe, dein Gott, dir gegeben hat. 15 Also sollst du allen Städten tun, die sehr fern von dir sind, die nicht sind von den Städten dieser Nationen hier. 16 Jedoch von den Städten dieser Völker, die Jahwe, dein Gott, dir als Erbteil gibt, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat; 17 sondern du sollst sie gänzlich verbannen: Die Hethiter und die Amoriter, die Kanaaniter und die Perisiter, die Hewiter und die Jebusiter, wie Jahwe, dein Gott, dir geboten hat; 18 auf dass sie euch nicht lehren, zu tun nach allen ihren Gräueln, die sie ihren Göttern getan haben, und ihr nicht sündiget wider Jahwe, euren Gott. (Deuteronomium 20: 10 – 18)
17 So tötet nun alles Männliche unter den Kindern, und tötet alle Weiber, die einen Mann im Beischlaf erkannt haben; 18 aber alle Kinder, alle Mädchen, welche den Beischlaf eines Mannes nicht gekannt haben, laßt euch am Leben. (Números 31: 17-18)
3 Nun ziehe hin und schlage Amalek, und verbannet alles, was er hat, und schone seiner nicht; und töte vom Manne bis zum Weibe, vom Kinde bis zum Säugling, vom Rinde bis zum Kleinvieh, vom Kamel bis zum Esel. (Samuel I. 15: 3)
10 Verflucht sei, wer das Werk Jahwes lässig treibt, und verflucht, wer sein Schwert vom Blute zurückhält! (Jeremías 48:10)
15 Wer irgend gefunden wird, wird durchbohrt werden; und wer irgend erhascht wird, wird durchs Schwert fallen. 16 Und ihre Kinder werden vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Weiber geschändet werden. (Isaias 13:15-16)
Falls jemand noch nicht genug hat, in dieser Büchersammlung, „Wort Gottes“ genannt, kann er noch viel mehr dieser erbauenden und frommen Stellen finden.
Man muss noch hinzufügen, dass es sich beim Kampf David gegen Goliath um eine Episode des Krieges zwischen den Israeliten und den Philistern handelt. Die Philister sind aller Wahrscheinlichkeit nach Teil der „See Völker“, welche das östliche Mittelmeer unsicher machten und sich dann auch dort niederliessen. Sie waren vermutlich Israels schwerster Gegner, bis sie dann später von den Assyrern, den Babyloniern und „Last but not Least“ den Römern übertroffen wurden. Ihr Namen in der Bibel ist (hebr.: פְלִשְׁתִּים /) und man braucht keine allzu grosse Fantasie um dies mit Palästina (فلسطين, Filastīn auf arabisch) in einem Zusammenhang zu sehen.
Nach alledem, glaubt wirklich noch einer im Ernst, dass der jüdische Staat die UNO Resolution 242 anerkennen wird und sich aus den besetzten Gebieten zurück ziehen wird? Und als letztes, was ist der Beitrag dazu, den der König von Jerusalem, Juan Carlos I, leistet?
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