13.02.2007 - Verhaltensforschung
Prähistorische Affenwerkzeuge

Die Frage stellt sich immer öfters: Bis zu welchem Punkt sind wir eigentlich die einzigen intelligenten Lebewesen? Einer weit verbreiteter Ansicht nach, braucht niemand ausser des Homo Sapiens Werkzeuge. Nichts desto trotz fand man in den letzten Jahren immer mehr Tiere, die sich der verschiedensten Artefakte bedienen. Vor allem unsere nächsten Verwandten brauchen nicht nur Hilfsmittel, sie stellen sie auch her. Im Regenwald der Elfenbeinküste bedienen sich die Schimpansen bestimmter Steine um Nüsse zu knacken. Um unser Ego zu retten wurde oft argumentiert, dass sie dies uns durch Imitation abgekupfert haben.
Laut einer Publikation des Wissenschaftsmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) hat die Theorie nun einen schweren Schlag erhalten. Ein Team um Christoph Boesch und Julio Mercader hat Steine ausgegraben, die dieselbe Form aufweisen und deren Alter auf 4300 Jahre datiert wurde. Man konnte auf ihnen Nussspuren nachweisen. Dass diese Werkzeuge nicht menschlichen Ursprung sind geht aus folgendem hervor:
- Diese Nussart wird nur von den Schimpansen verzehrt, nicht aber vom Menschen.
- Die Artefakte sind für menschliche Hände zu gross.
- Diese Gegend wurde erst wesentlich später als vor 4300 Jahren vom Menschen besiedelt.
Daraus lässt sich schliessen, dass die Schimpansen des Tai National Parks zumindest während 200 Generationen diese Technik weitergegeben haben. Der Tai National Park ist das einzige Lebensraum der Schimpansen, der sich zweifelsfrei bis in prähistorisch Zeiten zurückverfolgen lässt. Sicherlich erwarten uns noch andere Überraschungen.
Quellen:
- Seite von Christoph Boesch Mit Videos und Fotos
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