Schon in den Jahren als ich noch aufs Gymnasium ging, faszinierte mich die Idee, Philosophie (griechisch φιλοσοφία (philosophía) = Liebe zur Weisheit) zu studieren. Allerdings war mir klar, dass eine Philosophie des XX / XXI Jahrhunderts sich nicht auf das alte Konzept der Geisteswissenschaften beschränken konnte. Es ist unumgänglich Wissensgebiete wie die Biochemie, die Kosmologie, die Quantenphysik und die Mathematik mit ein zu schliessen. Leider erlaubte keine Universität solch einen Lehrplan. Also beschloss ich meine eigenen Wege zu gehen. Schliesslich erlaubte und erlaubt mir mein Beruf / Berufung Musiker über genügend freie Zeit zu verfügen um dies Projekt zu realisieren.
„Panta rhei“ Alles fliesst. Was gestern noch gesicherte Erkenntnis schien ist heute in Frage gestellt, es gibt ein ständiges Fliessen - Zurückfliessen von Ideen und Tatsachen. Und genau da liegt das Problem des Denkers, sein Schema wird oft durch neue Erkenntnisse erschüttert. Ich muss schlicht und einfach Philosophen bewundern, die unter solchen Umständen es wagen, ihre Gedanken in ein Buch zu verwandeln. Klarerweise existiert die „kantische“ Gefahr in der „Kritik der praktischen Vernunft“ alles zurück zu nehmen, was man in der „Kritik der reinen Vernunft“ postuliert hat. Ich ziehe da die Methode Blaise Pascals vor, seine „Pensées“ einfach auf Zettel nieder zu schreiben, ohne jegliche Absicht sie jemals zu ordnen und als Gesamtwerk heraus zu geben. Zum Glück verfügen wir heute über die Möglichkeit, dieses Vorgehen problemlos anzuwenden: Das Internet und die Blogs. Gedankenflüge, Momentaufnahmen, blitzartige Einfälle, all dies in Echtzeit publiziert.
Falls es offensichtliche Widersprüche zwischen einem Gedankengang und einem andern gibt, so sollte man nie vergessen, dass die Wahrheit aus vielen Wahrheiten besteht. Wenn man sich auf des Weg des Erkennens begibt, so beginnt alles sich zu verändern, die Landschaft verwandelt sich, das Licht wechselt, die Sicht - Punkte lösen sich ab: Panta rhei.
Das Design ist eine Hommage an die alten Griechen, waren sie doch die ersten die sich nicht mit billigen übernatürlichen Erklärungen zufrieden gaben, sondern die Dinge hinterfragten. Die Philosophie beginnt dort, wo die Religion aufhört, wo man sich nicht mehr mit dem Glauben begnügt, sondern einfach wissen will, angetrieben von einer fast kindlichen Neugier: was ist das, wie funktioniert das, warum ist das so und nicht anders, dabei sich aber auf seine Sinne und seine Vernunft verlässt. Hic Rhodus, hic salta (hier ist Rhodos, hier springe): Eine Erklärung muss universal gültig sein, und ohne künstliche Ingredienzen auskommen, mögen die nun Zeus, Jahwe, Gott oder Ausserirdische heissen.
Leider folgte diesem ersten Zeitalter der Vernunft die dunkle Zeit der monotheistischen, absoluten, totalitären und fundamentalistischen Religionen, die für ALLES IHRE Erklärungen hatten und keine anderen neben sich duldeten. Auch heute besteht die Gefahr einer Involution, man denke nur an das Intelligent Design und dass die Religion selbst jetzt noch in der Schule unter staatlichem Bene Placito den wehrlosen Kindern indoktriniert wird.
Dennoch dürfen wir die Hoffnung haben, dass sich das dunkle Zeitalter nicht wiederholen wird, denn „Wer in dieselben Fluten hinabsteigt, dem strömt stets anderes Wasser zu“, Panta Rhei.




