26.01.2007 - Anthropologie Ökonomie
Sex, Hollywood und High Definition
Der Homo Sapiens unterscheidet sich von den übrigen Tieren unter anderem durch seine Neigung, den Geschlechtsakt in der Intimität zu vollziehen und nicht an der Öffentlichkeit. Es scheint als ob dies zu unserer dunklen Seite gehöre, alle denken daran und niemand spricht darüber. Wir bewahren dies ganz schön in unserem Unterbewusstsein. Nichts desto trotz, alles was mit dem Sex zusammenhängt hat eine riesen Bedeutung für uns. Ich habe hier ein paar Nachrichten und Tatsachen gefunden, die uns zum Denken anregen und vielleicht einige festgelegten Ideen umstossen können.
\r\nDie Porno – Industrie setzt jährlich 57 Billionen Dollar um. Um eine Idee von der Grösse dieses Geschäfts zu haben, muss man wissen, dass Microsoft im Jahr 2004 Produkte im Wert von 36,8 Billionen Doller verkauft hat. Die Film Industrie in Hollywood stellt jährlich etwa 500 Filme her und erzielt etwa 9 Billionen Dollar während die Porno Industrie mit 11 000 Movies auf 9 bis 11 Billionen Gewinn kommt. Alle diese Daten sind Schätzungen in amerikanischen Billionen, die unserer Milliarde entsprechen (= 1000 Millionen). Heutzutage hat sich das grosse Geschäft Hollywoods von den Kinos auf den Verkauf und die Vermietung von DVD verlagert. Dasselbe lässt sich nicht von der Porno Industrie sagen, da ihr DVD Geschäft stark unter der Konkurrenz des Internet leidet. 1998 gab es laut dem „Justice Department“ der USA rund 28\'000 Sex Sites im Internet die 925 Millionen Dollar einfuhren. 3 Jahre später hat sich diese Zahl auf 280\'000 verzehnfacht.
Nun setzt die Porno Industrie all ihre Hoffnung auf die High Definition DVD. Wie es scheint dürfte sich ein Kampf verschiedener, unter sich unvereinbarer Systeme, wie er zur Zeiten der Video Kassette stattfand, wiederholen. In den 70er kamen 3 Video Systeme auf den Markt: Betamax, Video 2000 und VHS. Das letztere war nach allgemeiner Experten Ansicht das schlechteste von den dreien, setzt sich aber gegenüber den anderen durch. Der Grund war recht einfach, JVC vergab die Lizenzen für VHS ohne grosse Probleme, während Sony die Lizenzen für Betamax sehr restriktiv handhabte. Philips, die Eignerin von Video 2000 vergab aus religiösen Gründen überhaupt keine Lizenzen für erotische Machwerke. Das führte dazu, dass die Porno Film Hersteller voll auf VHS setzten und diesem System dadurch zum Durchbruch verhalfen.
In diesem Moment gibt es 2 Konkurrenten im High Definition Markt: HD-DVD und Blu-ray. Und wieder scheint Sony, die Besitzerin von Blu-ray, mit den Lizenzen restriktiv umzugehen, wie sie es schon bei Betamax getan hatte. Da dürfte es ja wohl einleuchten, dass sich das HD-DVD Konsortium diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wird. Und schon wird der erste Porno Film für HD-DVD mit dem Titel „Pirates“ angekündigt.
Als positiv wird von den Produzenten vor allem die verbesserte Kopierschutz Technik gegen die Piraterie gewertet. Hingegen wird gerade die hohe Auflösung mit Sorge betrachtet. Was auf den ersten Blick phantastisch erscheint kann sich sehr leicht ins Gegenteil verkehren. Wenn man alles wirklichkeitsgetreu und hautnah sehen kann, wer will dann all die Unreinheiten, Narben, kleinen Pusteln, Rötungen und Irritationen die durch das in diesem Genre so gebräuchlichen Rasieren etc. hervor gerufen werden, in voller Grösse aus nächster Nähe betrachten?
Die Schlacht ist eröffnet, mögen die Instinkte entscheiden.
Quellen:
- Adult film industry embracing HD DVD
- Statistics and information on pornography in the USA
- Statistics and information on pornography in the USA
- Pornography in the United States
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