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18.03.2008 - Verhaltensforschung Biologie
Sexuelle Selektion

Ein Pfau

Wir alle haben sicherlich schon von der natürlichen Auslese gehört. Wer am besten an seine Umwelt angepasst ist, überlebt und sollte eigentlich seine Gene weitergeben können. Und genau hier liegt das Problem: überleben heisst nicht unbedingt Fortpflanzen. Es muss doch einen Weg geben, einem möglichen Partner zu signalisieren, dass meine Erbanlagen wirklich etwas Aussergewöhnliches darstellen. Und genau dies geschieht mit dem Handicap als Fitness Indikator. Nehmen wir als Beispiel den Pfau. Der riesige Schwanz den das Männchen als Schuck rumträgt und als Rad beim Balzverfahren braucht ist für das Überleben recht hinderlich. Er ist weithin sichtbar, lockt also Feinde an, und verunmöglicht im Prinzip eine schnelle Flucht. Wenn nun ein Männchen sein Rad schlägt, so signalisiert es: Schau, obwohl ich einen so grossen Schwanz habe, lebe ich noch, folglich habe ich eine gute Fitness = gute Gene, wenn Du Dich mit mir paarst, so haben Deine Kinder eine hohe Überlebenschance. Ein anderes Beispiel sind die australischen Laubenvögel. Die Männchen widmen sich während Monaten dem Bau von kunstvollen Liebesnestern. Sie verteidigen sie nicht nur gegen mögliche Rivalen, sondern versuchen auch gegnerische Nester zu plündern und zu zerstören. Das Ganze bedeutet einen nicht unerheblichen Aufwand und stellt eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle dar. Und es dient nur der Paarung, denn das Weibchen baut sich dann ein eigenes Nest für sein Gelege. Und was soll man vom Hirsch sagen mit seinem irren Geweih, oder vom Hirschkäfer?

Ein Laubenvogel und sein Meisterwerk

Dieses sogenannte Handicap Prinzip wurde von Amotz Zahavi ab 1975 postuliert. Obwohl es am Anfang heftig abgelehnt wurde, akzeptiert man es heute generell und wendet es auch erweitert unter anderem es auf das menschliche Verhalten an, doch darüber später mal mehr.

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